Was geschieht vor der ersten Blut- oder Plasmaspende?

Vor einer Blut- bzw. Plasmaspende müssen wir Ihren Gesundheitszustand durch eine eingehende ärztliche Untersuchung feststellen. Ihre Gesundheit darf durch die Spende nicht gefährdet werden. Durch diese Untersuchungen wird festgestellt, ob ihr Blut oder Plasma ohne Gefährdung für Patienten zu verwenden ist. Die Fragen, die wir Ihnen stellen, müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden; denn durch Blutprodukte können gefährliche Infektionskrankheiten übertragen werden. Sollten Sie unter bösartigen oder chronischen Erkrankungen leiden, Unfälle oder schwere Operationen hinter sich haben, sind Sie zum Spenden zeitweise nicht geeignet.


Was ist Blut bzw. Plasma?

Die Bestandteile von Blut sind zu 40% Zellen und zu 60% Flüssigkeit (Blutplasma).
Die Zellen   setzen sich zusammen aus roten und weißen Blutkörperchen. Die roten Blutkörperchen sind verantwortlich für den Sauerstofftransport in unserm Körper und werden innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder nachgebildet.
Die weißen Blutkörperchen hingegen sind für die Abwehr einer Vielzahl von Infektionen zuständig. Sie bilden sich innerhalb von wenigen Stunden bzw. Tagen nach. Die Thrombozyten spüren Gefäßschäden auf und aktivieren dann die Gerinnung und nachfolgend die Wundheilung.
Das Plasma besteht in etwa aus 93% Wasser und 7% Eiweißstoffe, die für die Herstellung biologischer Arzneimittel benötigt werden (Gerinnungsfaktoren, Stoffe für die Infektabwehr, Transporteiweiße und Wundkleber)


Wie verläuft die Blutspende?

Durch eine Venenpunktion in der Armbeuge mit sterilem Einmalartikeln wird das Blut entnommen und in einem geschlossenen Beutelsystem gesammelt. Die Entnahme wird über eine automatische Waage kontrolliert. Die Menge ist im Normalfall werden 500 mL. Der Vorgang dauert ca. nur 12 Minuten.
Der Ausgleich des Blutverlustes durch eine Spende erfolgt folgendermaßen:
•    Kreislaufregulation erfolgt innerhalb von 20 Minuten
•    Flüssigkeitsausgleich innerhalb von 2 Stunden
•    Plasmaeiweißersatz innerhalb von 2 Tagen
•    Blutzellenersatz innerhalb von 2 Wochen
•    Eisenverlustausgleich innerhalb von 2 Monaten (bei Frauen auch länger)
•    Der Flüssigkeitsverlust wird durch Trinken schnell ergänzt



Wie verläuft die Plasmaspende?

Zu Beginn wird eine Blutprobe entnommen. Diese wird für Laboruntersuchungen benötigt.
Der Entnahmeschlauch wird mit sterilen Einmalartikeln (Set) verbunden. Durch eine Zentrifugation wird Blut in Blutkörperchen und Blutplasma computergesteuert getrennt. Das Plasma wird fortlaufend in einem Behälter aufgefangen und die Blutzellen werden dem Spender wieder zurückgegeben, bis die vorgesehene Plasmamenge erreicht ist. Abhängig vom Körpergewicht sind dies in der Regel 650 bis 805 mL. Die Dauer der gesamten Plasmaspende ist etwa 45 Minuten. Alle Plasmabestandteile ersetzt der Körper innerhalb von 2 Tagen. Der Flüssigkeitsverlust kann durch Trinken und die Infusion einer Kochsalzlösung schnell ergänzt werden.



Wie verläuft die Thrombozytenspende (Blutplättchen)?

Auch hier wird zunächst in der Armbeuge nach einer Venenpunktion eine Blutprobe entnommen. Diese wird für Laboruntersuchungen benötigt.
Der Entnahmeschlauch wird auch hier mit einem sterilen Einmalset gearbeitet. Durch eine Zentrifugation wird Blut in Blutplättchen und Blutplasma computergesteuert getrennt. Die Blutplättchen werden fortlaufend in einem Behälter aufgefangen. Das Blutplasma und die roten Blutkörperchen werden dem Spender wieder zurückgegeben, bis die vorgesehene Blutplättchenmenge erreicht ist. Dies sind in der Regel 450 mL. Die Dauer der gesamten Spende beträgt etwa 90 – 100 Minuten. Alle Blutplättchen ersetzt der Körper innerhalb von 48 Stunden. Der Flüssigkeitsverlust kann durch Trinken vor und nach der Spende schnell ergänzt werden.



Gibt es Nebenwirkungen der Blut-, Thrombozyten- oder Plasmaspende?

Beide Spendenverfahren sind schonend und sicher. Störungen des körperlichen Wohlbefindens treten normalerweise nach einer Blutspende nicht auf. In Einzelfällen können jedoch Nebenerscheinungen auftreten wie unregelmäßige Herztätigkeit, kurzzeitige Bewusstlosigkeit, Kreislaufkollaps oder stärkere Nachblutungen. Diese sind jedoch höchst selten.
Bei einer Plasma und Thrombozytenspende wird Ihrem Blut ein gerinnungshemmendes Mittel beigegeben, das bei der Rückgabe selten leichte, vorübergehende Reaktionen wie Kribbeln an den Fingerspitzen und Zehen hervorrufen kann. Auch eine unangenehme Empfindung im Mund- und Rachenraum kann zu spüren sein. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Hautausschlag) können auftreten. Diese sind jedoch sehr selten. Als örtliche Nebenwirkung kann es zu einem Bluterguss an der Einstichstelle oder sehr selten zu einer Blutgefäß- oder Nervenschädigung oder Entzündung kommen. Der Bluterguss klingt in seltenen Fällen erst nach mehreren Tagen ab und beeinträchtigt die Belastbarkeit des Arms. Durch Abbruch einer Spende kann es gelegentlich im System zu einem Blutzellenverlust kommen. Die Frist bis zur nächstmöglichen Spende wird dann von unserem Arzt festgelegt.


Wie verhalte ich mich vor, während und nach der Blutspende oder der Plasmaspende?

Sie sollten nur dann zur Blutspende kommen, wenn sie sich völlig wohlfühlen. Auch sollten Sie keine radikalen Hungerkur durchführen oder   einseitige Diäten. Immer richtig ist eine eisen- und eiweißreiche Ernährung vor und ins besonders in den Tagen nach der Spende. Bevor Sie spenden, sollten sie ausreichend gegessen und getrunken haben. Alkoholische Getränke und fettreiche Speisen sind zu vermeiden.
Aus Sicherheitsgründen ist es im Spendesaal nicht gestattet, zu essen und zu trinken, sowie das Kauen von Kaugummi.
Bitte melden Sie jedes Unwohlsein während und nach der Spende sofort unserem Personal.
Nach beenden der Blutspende drücken Sie 10 Minuten lang kontinuierlich einen Tupfer bei ausgestrecktem Arm auf die Einstichstelle. Dies dient zur Blutstillung, da es sich bei der Einstichstelle um eine kleine offene Wunde handelt. So wird eine Verschmutzung der Stelle vermieden. Wir empfehlen Ihnen nach der Spende noch 30 Minuten bei uns zu bleiben, um sich etwas auszuruhen und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Gefahrvolle Berufe wie z.B. Dachdecker, Gerüstbauer, Fahrer im Personenverkehr oder gefahrvollen Hobbys wie Segelfliegen, Tauchen o.a. sollten erst nach einer Wartezeit von 12 Stunden nach der Blutspende ausgeführt werden. 24 Stunden sollten sie warten, wenn Sie besonders schweren, körperlichen Belastungen ausgesetzt sind.
Sie können jederzeit von der Spende zurücktreten.


Ist ein Vertraulicher Selbstausschluss möglich?

Haben Sie Bedenken hinsichtlich der Verwendbarkeit Ihrer Spende, können Sie uns das auch noch nach Ihrer Spende mitteilen. Das wäre dann ein sogenanntes „Vertrauliches Rücktrittsverfahren“. Bei den Ärzten bekommen Sie hierzu weitere Informationen. Das Ausfüllen des Formulars „VSA (vertraulicher Selbstausschluss)“ ist für die Spende verpflichtend. Dieses Formular können sie in den bereitstehenden Kasten am Empfang werfen.



Was ist eine Rückstellung oder ein Ausschluss von der Spende?

Um Risiken für den Blutempfänger auszuschließen kann es u.U. notwendig sei, Sie für die Blut- und/oder Plasmaspende gar nicht, oder für eine bestimmte Zeit (Rückstellung von der Spende) oder auf Dauer (Ausschluss von der Spende) zuzulassen.

•   Blut oder Plasma

•   Vor der ersten Spende

•   Verlauf Blutspende

•   Verlauf Plasmaspende

•   Thrombozytenspende
    (Blutplättchen)

•   Nebenwirkungen

•   Verhalten

•   Selbstausschluss

•   Rückstellung oder
    Ausschluss

•   Was wird aus den 
     Spenden (Diagramm)